Richtig laufen

Wenn Sie gehen können, dann können Sie auch laufen, oder? Naja, dem ist nicht ganz so. Zunächst einmal ist die Gehtechnik vieler Menschen nicht wirklich gut, und dementsprechend werden sie auch nicht richtig laufen. Und selbst Menschen mit einer sehr guten Gehtechnik laufen nicht unbedingt gut. Wenn dann noch die falschen Schuhe dazukommen oder ein konstantes Auftreten auf harte Oberflächen, kann die sportliche Betätigung, die eigentlich zu ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden beitragen sollte, schnell zu ernsthaften Schäden führen. Schlimmer noch - die meisten Menschen, die mit einer schlechten Technik laufen, merken dies erst viele Jahre später, wenn sich die Konsequenzen verschlissener Knorpel und entzündeter Gelenke längst zugespitzt haben. Wie aber können Sie wissen, ob Sie richtig laufen? Zunächst einmal sollten Sie auf Ihren Körper hören: Wenn Ihre Arme, Schultern oder Ihr Rücken während des Trainings wehtun oder angespannt sind, müssen Sie Ihre Haltung anpassen.

Ein häufiger Fehler ist es, dass Sportler beim Laufen ihren Oberkörper zu sehr bewegen. Das heißt, sie machen unnötige Drehbewegungen, die dazu führen, dass der Körper nicht mehr mittig ausbalanciert ist. Häufig ist dies das Ergebnis von zu stark schwingenden Armen - dies führt dazu, dass die Schultern den Oberkörper von einer Seite zur anderen drehen. Laufen ist ein linearer Sport. Das Ziel sollte es sein, auf einer geraden Linie geradeaus zu laufen und dabei die Körpermitte über dem Bein zu halten, das den Boden berührt.

Um unnötige Drehbewegungen des Oberkörpers zu vermeiden und die richtige Haltung einzunehmen, stellen Sie sich vor, dass eine gerade Linie mittig über Ihren Körper verläuft (wie der Reißverschluss Ihrer Jacke). Überprüfen Sie alle 30-50 Schritte die Position Ihrer Hände, während Ihre Arme nach vorn schwingen. Wenn Sie Daumen und Zeigefinger sehen können, gehen Ihre Hände wahrscheinlich über diese Mittellinie hinaus. Ihre Hände sollten im Vergleich zu Ihren Hüften ein wenig weiter geöffnet sein, so dass sie ein wenig Abstand von ihrem Körper haben. Stellen Sie sich außerdem, wenn Sie Ihre Arme zurückschwingen, vor, wie Sie in eine imaginäre Hosentasche greifen. So werden Sie die gerade Linie automatisch besser einhalten und weniger schnell die „Reißverschlusslinie“ überkreuzen.

Ein weiterer häufiger Fehler ist eine krumme Haltung, die dadurch verschlimmert wird, dass Sie sich von der Hüfte ab beugen. Eine schlechte Haltung lenkt die Energie ab, die Sie nutzen könnten, um Ihre Laufgeschwindigkeit und -strecke zu verbessern, und führt häufig zu Verletzungen. Stellen Sie sich beim Laufen vor, dass eine durch die Mitte Ihres Körpers verlaufende und aus Ihrer Kopfmitte herausragende Schnur Ihren Kopf nach oben zieht. Die Schnur dehnt ihren Körper in Richtung Himmel und zwingt Ihren Hinterkopf dazu, in der richtigen Linie zu ihrer Wirbelsäule zu verlaufen.

Ihr Kopf ist das Leitsystem Ihrer Wirbelsäule. Die Wirbelsäule folgt den Bewegungen des Kopfes. Halten Sie daher Ihren Kopf hoch, das Kinn parallel zu Ihrer Brust, und schauen Sie nach vorn. Sie sollten dabei etwa eine Körperlänge von Ihnen entfernt auf den Boden schauen und nicht auf Ihre Füße. Sobald Sie eine aufrechte (also keine krumme) Haltung haben, lehnen Sie sich von den Knöcheln aus nach vorn, ohne dabei die Hüfte zu beugen. Halten Sie die Hüfte ein wenig weiter vorn, damit Ihre Füße beim Laufen direkt unter Ihrem Körper aufkommen.

Wie Sie laufen hängt von der Stärke und Beweglichkeit einiger Ihrer Muskeln und von Ihrem Körperbau ab. Versuchen Sie,  „natürlich“ zu laufen, also auf eine Art, die Ihrem Körperbau entspricht und diesem nicht widerspricht. Der innovative Algorythmus der RUNNING RATE des Laufbandes MYRUN von Technogym hilft Ihnen dabei, während dem Training nachzuvollziehen, wie es um Ihren Schritt, Ihren Rhythmus und die von Ihnen durchgeführten Schwingbewegungen steht, und hilft Ihnen so, Ihren Laufstil und damit Ihre Geschwindigkeit und Effizienz zu verbessern.  Lesen Sie hier mehr dazu.

  • Vermeiden Sie es, zu lange Schritte zu machen (was meistens passiert, wenn Sie mit Ihrem Fuß nach vorn ausholen), da dies leicht zu Verletzungen führen kann. Versuchen Sie nicht, Ihre natürliche Schrittlänge zu verlä Am besten ist ein kurzer, schneller Schritt.
  • Setzen Sie zuerst den Mittelfuß Das fördert eine ausbalancierte Laufhaltung. Am wichtigsten ist es jedoch, dass Ihr Knie mit Ihrem Knöchel auf einer Linie ist, damit Ihr Fuß unter Ihrem Knie auftritt und nicht davor. Eine falsche Linie zwischen Knie und Knöchel ist eine der häufigsten Ursachen für Verletzungen, die beim Laufen entstehen.
  • Laufen Sie leichtfüßig und vermeiden Sie es, zu fest auf den Boden aufzutreten. Stellen Sie sich, wenn Ihr Fuß den Boden berührt, vor, dass Sie auf frischem Schnee landen und keine Fußabdrücke hinterlassen mö Sie werden so automatisch weicher auftreten.
  • Ein schneller Rhythmus (Schrittanzahl pro Minute) fördert zudem einen kurzen, schnellen Schritt und das Auftreten mit dem Mittelfuß. Setzen Sie sich ein Ziel von 180 Schritten pro Minute. Joggen Sie, um Ihren Rhythmus herauszufinden, eine Minute lang. Zählen Sie, wie oft Ihr Fuß den Boden berührt, und nehmen Sie das Ergebnis mal zwei.

Wenn Sie Ihren Stil zu schnell und zu drastisch zu ändern versuchen, ohne dass Sie dabei Ihrem Körper die Möglichkeit geben, sich anzupassen, kann dies zu Verletzungen führen. Nehmen Sie Veränderungen daher schrittweise vor und geben Sie Ihrem Körper die Chance, sich an diese zu gewöhnen. Kürzen Sie dafür Ihre Trainingszeit, verringern Sie Ihre Geschwindigkeit oder legen Sie kürzere Entfernungen zurück. Wenn Sie sich die Änderungen einmal vollständig zu eigen gemacht haben, können Sie zu Ihrem üblichen Trainingsplan zurückkehren. Viel Spaß beim Laufen!